Christian Manhalter ist Programmierer und Ensemble-Mitglied des Theater Konfronation. Foto: Manhalter
Kurzer Einblick ins Kleintheaterleben: Er steht seit über 40 Jahren als Amateur auf der Bühne, diese Leidenschaft diente ursprünglich als Ausgleich für seinen Beruf als Programmierer. Eine Bekannte sagte einst zu ihm: „Wir brauchen Männer, willst du nicht mitspielen?“ Denn: „Männer werden im Kleintheater immer gesucht!“
Nun ist er Mitglied im Ensemble des Theater Konfrontation, unter Katharina Schwarzer spielte er schon in Harold und Maude, „wir kannten uns vom Ensemble 83.“ Dort in Bruck a.d. Leitha inszenierte sie 2020 ihre Corona-Monologe, deren Fortsetzung Corona-Dialoge nun im Theater in der Wickenburggasse laufen. Und da spielt wiederum seine Tochter Laura Manhalter mit, die im Brotberuf Optikerin ist.
In New York, wo er aufgewachsen ist, schenkte die Mutter dem Neunjährigen Citizen of the Galaxy (1957) von Robert A. Heinlein, das ihn hinauskatapultierte in die Welt der Sci-Fi-Literatur, schnell folgten Asimov, Bradbury oder Ben Bova. Ebenso erlas er sich die Fantasy-Welt und die des Horrors. Der Horror wurde zur Realität, als die Familie schon drei Jahre in Teheran lebte und mit der Ankunft von Khomeini das Land verlassen musste. Da war er 16, und die Bibliothek musste zurückgelassen werden.
Nun proben sie seit einem Monat Sonny Boys in der Regie von Katharina Schwarzer, er spielt „den vielschichten Willie Clark“, den im Film aus dem Jahre 1975 Walter Matthau spielte, seinen Widerpart Al Lewis gibt Daniel Landau. Dass seine Tochter auch in diesem Stück mitspielt – „Da mache ich nicht den besserwisserischen Regisseur für sie!“ Obwohl er natürlich schon ein paar Tipps hätte....
Für uns hat er noch einen Buchtipp: Fool on the hill, die Comic-Fantasy-Novel von Matt Ruff (1988). „Da geht es im Wesentlichen um den Kampf Gut gegen Böse auf verschiedenen Ebenen. Ich glaube, ich war 25, als ich es zum ersten Mal gelesen habe, danach habe ich es immer wieder verschenkt und nachgekauft. Das Buch spielt hauptsächlich an der Cornell-Universität, und die ist gerade wegen eines sehr bösen Missbrauchsfalles in den Medien. Wie meist, sind auch dort „die Bösen“ Männer.