Kaspar

Foto: Rebhandl

Kaspar ist 34, es geht ihm gut. Ich treffe ihn am Sonntagvormittag im altehrwürdigen Café Weidinger, wo sich normalerweise um diese Zeit die Münzensammler und Postkartendealer vom Balkan treffen, mit Lupe. Mancher hat auch Dolche und Säbel mit dabei, neulich rief einer „Slava Ukrainii!“ Ich winkte ihm freundlich zu.

Aber heute! Festival Alter Musik. Kaspar ist der Sohn des Martin Pühringer, der im oberösterreichischen Haslach eine Cembalo- und Clavichordbau-Firma betreibt (https://www.clavier.at/). Als Teenager hat dieser sich viel mit Bach beschäftigt und dabei das Cembalo für sich entdeckt, er fuhr nach England, wo er bei einem Cembalobauer namens Ferguson andockte. Der hatte einen Gesellen namens Philipp Smart, welcher ihm das Nötigste beibrachte. 1986 machte er sich selbständig.

„Der besondere Klang eines Cembalos entsteht dadurch, dass die Saiten mit Plektren gezupft werden im Unterschied zum Klavier, wo sie mit Hämmerchen geschlagen werden, der Mechanismus ist viel primitiver. Anders als beim Klavier hat auch der Tastendruck keinen nennenswerten Einfluss auf die Lautstärke des Tons. Zusätzlich geht es darum, wie massiv das Gehäuse gebaut ist, wie der Resonanzboden ist. Da steckt der Teufel im Detail.“

Sicher wäre es schwer, ein Cembalo zu bauen, sagt er, der beim Vater angestellt ist, selbst aber nicht baut, sondern sich um den Verleih kümmert. „Darum gibt es in Österreich, Deutschland und Italien auch nur noch je eine Handvoll, die das können. Geheimnisse gibt es nicht. Man ist untereinander gut im Austausch, jeder kennt jeden, es ist eine kleine Szene.“

Gebaut hat der Vater sicher schon Dutzende Cembali, verkauft wird an private Fans und Musiker, aber auch an Musikschulen oder Unis. Im Verleih haben sie zurzeit vielleicht fünf Instrumente, die bei ihm in der Dependance in Wien gelagert sind, 90 Prozent des Geschäftes spiele sich hier im Umfeld der Stadt ab. Kommt eine Anfrage rein, wuchtet er das ca. 60 Kilo schwere Instrument alleine in den Sprinter, nur wenn Treppen zu steigen sind oder enge Eingänge zu überwinden, braucht er Hilfe.

Gleich wird er die Musiker kennenlernen, die das Instrument heute spielen werden. Dieses stammt allerdings nicht vom Vater, „sondern von einem geschätzten Kollegen aus Deutschland, von William ‘Bill’ Jurgenson.“ Den Klang eines Cembalos zu hören, bereitet ihm immer wieder Freude, obwohl er privat auch gerne mal die Red Hot Chilli Peppers hört.

Und jetzt Psssst! Gleich geht’s los…

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