Qamar und Elisa
Qamar (links) und Elisa vor der Wiener Stadthalle. Foto: Rebhandl
Qamar und Elisa sind beide 16, es geht ihnen gut, sehr gut sogar, eigentlich fantastisch! Die beiden waren heute bei den ersten dabei, die für das Konzert des US-amerikanischen Sängers Conan Gray (https://de.wikipedia.org/wiki/Conan_Gray) anstehen, genaugenommen haben sie die Nummern 3 und 4, die auf ihre Arme gemalt sind und die sie stolz zeigen. Vor der Wiener Stadthalle füllt es sich während des Konzerttages ganz ordentlich, ich als Anwohner habe aber schon gestern eine Gruppe Jugendlicher auf und unter ihren Isoliermatten campen gesehen, sie waren vermutlich die ersten. Jetzt strömen die ganze Zeit junge Menschen mit Sailorhüten hierher. Qamar und Elisa tragen Bänder an ihren Armen mit Titeln seiner Songs (Wodka Cranberry, My World oder Jigsaw), diese Bänder „traden” sie. Qamar mag gerade den Song People watching am liebsten, Elisa Lookalike:
Let's go back to the summer night
When we met eyes, it's like a movie line
Kissin' underneath the city lights
But now you're laying in another guy's arms
'Cause I'm all gone….
Sie hoffen, dass sie heute ganz vorne bei der Bühne stehen und das andere Ende des Wishbones greifen werden, das Conan ins Publikum halten wird – denn dann dürfen sich einen Song aussuchen!
Was ist so super an ihm? „Er ist offen queer, und das ist sehr gut für die heutige Gesellschaft“, sagt Elisa. „Queer zu leben ist hier sicher leichter als in anderen Ländern, aber es ist noch nicht komplett toleriert.“ Aber er ist auch ein guter Sänger! „Durch Tik Tok und andere Social Medias sind wir auf ihn gestoßen.“ Mir als etwas älterem Herrn erklären sie gerne, wie das funktioniert: „Man related zu songs, hört mehr und mehr davon und denkt sich: Das ist mir auch schon mal passiert, so fühle ich mich auch, er drückt aus, wie es einem selbst geht.”
Tourplakat von Conan Gray
Auf seiner Wishbone Worldtour, die eigentlich eine „Pyjama-Party-Worldtour“ ist, verkleidet er sich als Captain, deshalb tun das heute die meisten auch. Viele kommen aus anderen Ländern wie Ungarn, wo es in den letzten Jahren sehr schwierig war, queer zu leben. „Es muss aber normalisiert werden“, sagt Qamar, „weil jeder ist gleich. Und wir kämpfen dafür.“
Weiter so! Ihr seid die Zukunft, ihr seid die Hoffnung!