Foto: Rebhandl
10.10.2025 POLEN
Ab Warzawa Centralna um 09.16 h
An Łódź Fabryczna um 10.21 h
Zug: IC1906
Am absurd riesigen Bahnhof Fabryczna in der mittelpolnischen Stadt Łódź treffe ich zwei außerordentlich freundliche junge Menschen, nachdem ich bei ordentlichem Sauwetter jemanden suchte, der Englisch spricht und mir verraten könnte, wie ich mit Bus oder Tramway zum Stadion Miejski komme. Dieses heißt mit vollem Namen Stadion Miejski im. Władysława Króla
(https://de.wikipedia.org/wiki/Stadion_Miejski_im._W%C5%82adys%C5%82awa_Kr%C3%B3la)
und ist nach dem Fußball- und Eishockeyspieler Władysława Król benannt.
Und siehe da! Peter (24) spricht nicht nur Englisch, sondern sogar Deutsch! Er stammt aus der eineinhalb Zugstunden entfernt liegenden Hauptstadt Warzawa, die er als „sehr schön und sehr grün“ beschreibt, „der Lebensstandard ist sehr hoch. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln kann man praktisch überall hinkommen, es ist das Zentrum des Partylebens, der Kultur, der High-Technology und der modernen Architektur.“
Deutsch spricht er, weil er für sechs Monate als Erasmus-Student nach Wien kam und Geschichte studierte, seine Schwester lebt schon seit zehn Jahren im 21. Bezirk, den er routiniert und richtig als “Floridsdorf” bezeichnet und ausspricht. „Ich finde Floridsdorf richtig gut“, sagt er auf Deutsch, „Despite the fact it is Floridsdorf!“, ergänzt er auf Englisch. Besonders genoss er die Tramwayfahrten mit dem 31er zum Schwedenplatz. Um den Ruf des Bezirks weiß er Bescheid. Einmal war er gerade am Stephansplatz, „and I was wondering what was the more tough district: Floridsdorf oder the Favoriten?“
Also fuhr er mit der U1 hinaus nach “the Favoriten, and the change of landscape was: Uooooah! Very different!“ Er genoß aber den bekannt guten Kebab des bekannten Kebabanbieters auf der Favoritenstraße, wo sich auch bei seinem Besuch eine Schlange gebildet hatte.
Von der Wiener Universität war er begeistert, „vom very high level of education. Man kann sehen, dass sie viel Geld hat“ - (wenn er bloß wüsste!) – „im Vergleich zur Universität Warschau jedenfalls.“ Das Gebäude der Hauptuni findet er beeindruckend und schön, „alles ist sehr gut organisiert.“ Er sah viele Unterschiede zu Warschau, aber auch viele Ähnlichkeiten. Wenn seine gute Freundin Ola (22) ihn besuchte, dann verbrachten sie ihre Zeit am liebsten im Café Alt Wien, dem Café Kafka und dem Phil.
Im nächsten Jahr sind in Polen Parlamentswahlen, und da schlankern ihnen schon ein bisschen die Ohren, denn sie befürchten einen Rechtsruck, der sich gewaschen haben wird. Auch wenn man nicht Polnisch spricht, hört man allenthalben in der U-Bahn oder im Zug das Wort “Ukrainski”, und es klingt nicht immer so, als würde man freundlich über sie reden. Das wird sicher ein Thema.
If you love me, love me!
https://rebhandl.me/donate-me
DANKE IM VORAUS!