Lisa Kaltenegger
Neben einer Unmenge wissenschaftlicher Texte und Bücher gönnt sie sich immer noch auch: „Fantasy, Sci-Fi oder Krimis.“ Gerade hat sie Andy Weirs Project Hail Mary gelesen: „Das ist so lustig. Er beschreibt darin, wie der erste Kontakt mit Außerirdischen sein könnte.“ Dass man beim Lesen – klassisch! – „in Welten abtauchen kann, die es gar nicht gibt, und die Gedanken, Ideen oder Stimmen von Figuren kennenlernen kann, die man nie treffen würde“, vermittelt sie gerade auch ihrer zehnjährigen Tochter, mit der zusammen sie wieder Die Unendliche Geschichte, Piggy and Gerald oder Der vierzehnte Goldfisch liest, wo der Opa nach einer Verjüngung plötzlich als kleiner Junge vor seinem Enkerl steht.
Ihre eigene hörbare Begeisterung und Neugierde trägt sie seit Teenagertagen in sich, als sie Carl Sagans Der Drache in meiner Garage gelesen hat, diese Lektüre klingt bis heute nach. „Er versuchte darin als einer der Ersten, Wissenschaft zu vereinfachen, ohne sie zu verdummen. Bis dahin galt ja: Wenn du einen Wissenschaftler verstehst, ist es keine Wissenschaft.“ Dieses Buch verwendet sie auch in ihrer Einführungsvorlesung an der Cornell University: „Da sage ich den Studenten, ich verkaufe ihnen einen Drachen für 50000 Dollar. Dann fangen sie an zu fragen: Wo ist er? Kann ich ihn sehen? Hören? Angreifen? Und das ist nichts anderes als die Wissenschaftliche Methode, mit der wir arbeiten.“ Mittlerweile sind es Physiker wie Brian Cox, die ihr Fach populär machen. Für dessen BBC-Podcast The Infinite Monkey Cage (https://www.bbc.co.uk/programmes/b00snr0w) stand sie zusammen mit dem Comedian Russel Kane beim Glastonbury Festival auf der Bühne.
Wenn sie heute noch einen Expoplaneten entdecken würde - wie wahrscheinlich ist es, dass auf diesem Bücher gelesen werden? Sie lacht: „Im Universum ist im Rahmen der physikalischen Gesetze alles möglich!“ Dass es so einen Planeten gibt, hofft sie natürlich stark, denn sie liebt Bücher und kann sich ein Universum ohne Lesen gar nicht vorstellen. Für eine Reise dorthin würde sie aber nicht zu allzuviel ihrer Lebenszeit opfern wollen, denn das Dasein auf dem guten alten Heimatplaneten ist ihr sehr kostbar.
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