Francois et Michael

Francois (links) und Michael, die Könige der Austern

Foto: Nina Grabmaier

Michael (42) und Francois (45) geht es gut. Vor zwei Jahren haben sie in Sizilien ihre Liebe für Austern und Champagner entdeckt. Damals dachten sie, man müsse diese Liebe unter die Menschen bringen, und so richteten sie zusammen mit ihren Partnerinnen Judith und Aleks für Freunde und Bekannte den ersten Austernball aus. Er war ein großer Erfolg.

Der gebürtige Pariser Francois und sein Wiener Ami fuhren mit dem Auto nach La Rochelle an der Atlantikküste 150 Kilometer nördlich von Bordeaux, sie waren 20 Stunden durchgehend unterwegs, von Tankpausen mal abgesehen. In La Rochelle blieben sie zwei Tage und beschäftigten sich vor Ort intensiv mit der Thematik, denn bis dahin waren sie ohne Wissen. „Es gibt an der Atlantikküste Kooperativen, die Austern ernten und direkt vertreiben“, sagt Michael, und bei denen verkosteten sie: „Die haben einen Verkaufsraum und draußen Klärbecken, in denen die Austern geputzt, gesäubert, genau geprüft und in der Folge verpackt werden.“

Sie entschieden sich schließlich für die klassische „Fine de Claire No. 3“ sowie für die „Speciale“, die aus einem Klärbecken mit vielen Algen stammt. „Abhängig von der Größe der Austern werden sie kategorisiert: 000, 00, 1, 2, 3, 4 und 5. Man bezahlt 60 Cent pro Stück. Je 200 Austern werden in eine Box mit ca. 40 x 20 x 20 cm sehr kompakt geschlichtet, die wiegt dann ca. 20 Kilo. Wichtig ist, dass die untere Schalenklappe unten liegt.“

Mit zwei kleinen Boxen à 20 Kilo und 100 Flaschen Crémant auf der Ladefläche ihres Pickups fuhren sie nach zwei Tagen wieder nach Hause. Sie kauften sich dafür extra einen bluetooth-Sensor, um die Temperatur der Austern überwachen zu können. Da sie im Februar unterwegs waren, blieben diese durchgehend gut gekühlt.

Möwen folgten ihnen auch keine, die es auf die Austern abgesehen hätten, und von flics wurden sie ebenfalls nicht behelligt, die sie über ihre seltsame Fracht hätten ausfragen wollen. Und der Versuchung, an einem Parkplatz stehen zu bleiben, mal in eine Kiste zu greifen und eine Flasche Crémant zu öffnen, widerstanden sie ebenfalls. Sie fuhren schnurstracks nach Hause, wo sie gestern den 2. Austernball ausrichteten.

Zum Ende dieses Balles hin - vor der Tombola und nach 400 verspeisten Austern - konnte man schon den einen oder anderen Austernschaas auf der Tanzfläche unter den Luftballons an der Decke riechen. Der Ball aber war wie letztes Jahr berauschend und magnifique.

Merci beaucoup!

Weiter
Weiter

Kaspar